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News von der Heimatbörse

Auch wenn die Berichtssaison für das 1. Quartal hierzulande noch nicht begonnen hat, gab es doch einige Meldungen von deutschen Unternehmen. Einige haben vorläufige oder endgültige Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt und im Zuge dessen ihre Ziele für 2024 bestätigt oder teils sogar angepasst. Zudem musste ein Unternehmen vermelden, dass der eingeschlagene Sanierungsweg nicht ausreichen wird.

Fraport  mehr Passagiere; (B+):

Dank der Osterfeiertage hat der Frankfurter Flughafenbetreiber trotz streikbedingter Ausfälle im März mehr Fluggäste gezählt als im Vorjahr. Insgesamt waren es 4,6 Mio. Passagiere und damit 7,8 % mehr. Im Zuge des mehrtägigen Streiks des Sicherheitspersonals sowie der Lufthansa-Beschäftigten wurden dennoch 2.200 Flüge annulliert, und 300.000 Gäste konnten ihre Reise nicht antreten.

First Sensor  passt Ausblick an; (B+):

Das Sensorikunternehmen, dessen Aktien zum Großteil von TE Connectivity Sensors Germany Holding AG gehalten werden (71,5 %), muss auf Basis vorläufiger Halbjahreszahlen seine Guidance für das Geschäftsjahr 2023/24 (per Ende September) korrigieren. Aufgrund der anhaltenden Schwäche des Industriemarktes wird nun mit Erlösen zwischen 115,0 und 125,0 Mio. € gerechnet, nach 134,6 Mio. € im Vorjahr. Bisher wurden 135 bis 145 Mio. € in Aussicht gestellt. Die Ergebnisse für die ersten sechs Monate werden am 15. Mai vorgestellt.

Douglas  verbucht Umsatzplus; (B):

Der Börsenneuling legt zwar erst am 29. Mai seine endgültigen Ergebnisse für das 2. Quartal 2023/24 (per Ende September) vor, setzte nach ersten Berechnungen jedoch deutlich mehr um. Im bis Ende März laufenden Q2 kletterten die Erlöse um 11,5 % gen Norden, nach 859,7 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Dabei konnten alle Geschäftsbereiche zulegen.

Varta  muss Sanierungsplan überarbeiten; (D):

Vor knapp einem Jahr hatte sich der Batteriehersteller mit den Banken und dem Mehrheitsaktionär Michael Tojner auf einen Sanierungsplan geeinigt. Nun muss der Konzern diesen nochmals nachbessern, um wie geplant bis Ende 2026 „auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren.“ Sowohl das Geschäft mit kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen für Kopfhörer als auch mit Energiespeichern für Strom aus Photovoltaik-Dächern läuft schlechter als gedacht. Zusätzlich hat der Cyberangriff im Februar die Lage noch verschärft, wodurch die Produktion wochenlang stillstand. Bis Mitte des Jahres soll daher nun ein neues Sanierungsgutachten erstellt werden. Da Varta aufgrund der Cyberattacke bisher zudem noch keinen Geschäftsbericht vorgelegt hat, droht dem Unternehmen im Mai der Ausschluss aus dem SDAX.

Accentro Real Estate  muss abwerten; (B–):

Im Rahmen der Erstellung des Jahresabschlusses muss der Immobilienkonzern auf Grundlage eines unabhängigen Bewertungsgutachtens außerordentliche und signifikante Abwertungen auf seine Immobilien vornehmen. Bereits im August hatte das Unternehmen seine Jahresziele eingestampft, die Erlöse zwischen 100 und 120 Mio. € sowie ein Ebit von 0 bis 2 Mio. € vorsahen. In 2022 erlöste Accentro noch 165,2
Mio. € und erzielte ein Ebit von 8,5 Mio. €. Da nun Abwertungen von 50 bis 60 Mio. € drohen, wird der Konzernumsatz lediglich im höheren zweistelligen Mio.-€-Bereich erwartet. Das Ebit dürfte dabei im höheren zweistelligen negativen Mio.-€-Bereich landen. Der testierte Bericht ist noch für April angekündigt, einen konkreten Termin gibt es jedoch noch nicht.

Gateway Real Estate  mit vorl. Zahlen; (B):

Ersten Berechnungen zufolge musste auch Gateway Abwertungen auf seine Immobilien vornehmen und ist 2023 daher tief in die roten Zahlen gerutscht. Das bereinigte Ebit landete bei –142,9 Mio. € und verfehlte damit die in Aussicht gestellten –27 bis –37 Mio. € signifikant. Im Vorjahr verbuchte das Unternehmen hier noch ein Plus von 18,4 Mio. €. Auch das Ergebnis vor Steuern (Ebt) krachte auf –185,1 Mio. € ein, nach –33,9 Mio. € im Vorjahr. Hier wurden –42 bis –52 Mio. € erwartet. Der vollständige Bericht wird am 30. April veröffentlicht.

Nagarro  verdient weniger; (B):

Wie bereits angekündigt, hat der IT-Dienstleister in 2023 seine Umsatzziele von 915 Mio. € verfehlt (vgl. ES 12/24). Insgesamt erlöste das Unternehmen mit 912,1 Mio. € dennoch 6,5 % mehr. Das bereinigte Ebitda verlor derweil auf 126,1 (148,5) Mio. € und der Gewinn wegen Überkapazität auf 52,1 (77,4) Mio. €. Die mit den vorläufigen Zahlen ausgegebene Prognose für 2024 hat das Management nochmals bestätigt. Konkret sollen Erlöse i.H.v. 1 Mrd. € erzielt werden. Die bereinigte Ebitda-Marge wird bei 14,0 % anvisiert, nach 13,8 % im abgelaufenen Jahr.